Lederhose und Dirndl sind im Kommen – am Urfahraner Jahrmarkt sieht man immer mehr Besucher in Tracht. Es gibt zwar keine typischer Linzer Lederhose, angesagt ist derzeit aber ohnehin was ganz anderes: die vegane Version dieses Brauchtums-Klassikers. Spannend für die Frauen: das „Linzer Dirndl“, dessen bekannteste historische Abbildung aus dem Jahr 1827 datiert und das man sich beim OÖ Heimatwerk nachschneidern lassen kann.
Lederhosen sind bei Männern wie Frauen gleichermaßen sehr beliebt, eine für Linz und den Zentralraum typische oder historisch belegbare Lederhose ist allerdings nicht überliefert. Was es mittlerweile aber – Zeitgeist wink amoi! – sehr wohl gibt, sind vegane Lederhosen. Die Herstellung aus gewachster Spezial-Baumwolle ist aufwändiger als die Produktion einer echten Lederhose, da für die Lederoptik zwei verschiedenfarbige Stoffe nötig sind. Zum Einsatz kommt ein spezielles Verfahren, das die Baumwolle zu einem rauhlederartigen Textil macht. Bleibt die Frage: Darf man eine Lederhose aus Baumwolle überhaupt Lederhose bezeichnen?
Es gibt mittlerweile auch „Leder“hosen aus Hanf – das Traditionsunternehmen Rössl hat vegane Hanflederhosen im Angebot. Vorteil: Die vegane Lederhose ist weich und atmungsaktiv. Und die Hose kann sogar in die Waschmaschine. Die vegane Lederhose ist anders als klassische Baumwolle feuerfest, was bei dem einen oder anderen „hitzigen“ Volksfest durchaus von Vorteil sein kann. Und ja: Auch vegane Dirndln gibt’s.
Aber zurück zum Linzer Dirndl: In der historischen Abbildung von Peter Fendi wurde die Linzerin mit Leibchen und Kopftuch abgebildet. Für die damalige Zeit sehr mutig war, dass die Dame ihre bloßen Arme mit Puffärmeln unter langen durchsichtigen Orandiärmeln zeigt. Auf dem Gemälde ist außerdem ein großes, schwarzes Flügelhauben-Schwalbenschwanz-Kopftuch zu sehen – die damals übliche Kopfbedeckung zur Linzer Festtracht.

Die klassische Linzer Tracht – oder auch neudeutsch gerne Stahlstadtdirndl genannt – besticht durch ihre Schlichtheit, gerade deshalb ist sie elegant und zu jedem festlichen Anlass tragbar. Eine Tracht für jede Altersgruppe, die gerne echte, edle Tracht trägt. Diese Festtracht kann man im OÖ Heimatwerk in Linz ansehen und dort auch direkt in der dortigen Schneiderwerkstatt nach Maß anfertigen lassen.
Das Oberösterreicher-Dirndl
Und natürlich gibt es auch ein Oberösterreicher Dirndl: Es besteht aus schwarzem Rock, rotem Leib und blau-weiße Schürze. Die Gründe für die Farbwahl sind überraschend banal: Die Farben Rot und Blau waren selbst vor 200 Jahren relativ einfach herzustellen. Zudem waren die Menschen früher hungrig nach Farben, denn bunte Kleidung gab es früher kaum – ebenso waren Anlässe, diese zu tragen, rar. Die blaue Dirndlschürze mit dem weißen Muster könnte, so die Vermutung, ein Symbol für die landesprägende Donau sein.

Quellen: Ursula Karre-Kainrath, OÖ Heimatwerk, Oberoesterreich.at