Die im wahrsten Sinn des Wortes „beschissene“ Situation beim Busbahnhof/Hauptbahnhof, wo es für Obdachlose bislang kein adäquates WC gab, hat sich vor einigen Wochen schlagartig gebessert: Die Fraktion von Linzplus hat auf eigene Kosten ein Dixieklo aufgestellt. „Der Bedarf war so groß, dass wir bereits ein zweites WC aufgestellt haben. Dauerzustand ist das aber keiner. Nach diesem gelungenen Test müssen jetzt die wirklich Zuständigen ran“, sagt Fraktionsobmann Lorenz Potocnik, der nun das Land Oberösterreich und die Stadt Linz gefordert sieht.
„Meine Fraktionskollegin Renate Pühringer und ich haben vor drei Wochen ein Gratis-WC (Dixieklo) beim Busbahnhof aufstellen lassen. Und prompt war das WC bereits nach wenigen Tagen so randvoll, dass wir es von Beginn an zweimal pro Woche entleeren lassen müssen. Weil sich herausgestellt hat, dass auch das den Bedarf nicht deckt, haben wir kurzerhand und in Absprache mit dem Landesdienstleistungszentrum ein zweites WC aufgestellt. Auch dieses wird nun zweimal pro Woche geleert“, sagt Lorenz Potocnik.

Um die Sauberkeit des WCs zu gewährleisten, kümmern sich die beiden Gemeinderäte seit dem ersten Tag selbst um die Reinigung. Ausgerüstet mit Handschuhen, Klopapier und Reinigungsmittel wird mindestens einmal täglich geputzt. „Bisher haben wir ganz gute Erfahrungen gemacht. Das WC wird sehr gut angenommen, die Rasenfläche dort kann sich erholen und bleibt zum ersten Mal seit Jahren frei von Fäkalien und Urin. Sogar der Busbahnhof selbst ist merklich sauberer geworden und stinkt nicht mehr.“

Bis Mitte Mitte November trägt Linzplus die Kosten in Höhe von rund 1.000 Euro: „Das WC war als Test gedacht, ob dieses angenommen wird. Der Beweis dafür ist schon jetzt erbracht. Das bestätigen uns auch die Sozialarbeiter vor Ort“, so Potocnik. „Daher appellieren wir dringend an alle Verantwortlichen vom Land und der Stadt Linz, hier schnell und unkompliziert für eine dauerhafte Einrichtung eines Gratis-WCs genau an dieser Stelle zu sorgen. Alles andere ist eine Blamage und eine Schande für die, die zuständig sind.“