High Noon am Montag um neun Uhr: Welches Verkehrsmittel ist in Linz tatsächlich das Schnellste? Wir haben ein Rennen der besonderen Art gestartet: Auto gegen Biker gegen Radler gegen Scooter gegen Öffi-Nutzer – wer legt die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Universität am schnellsten zurück? Fazit: Das Auto ist (noch) unschlagbar…
In 16 Minuten soll die neue Stadtbahn künftig vom Hauptbahnhof bis zur Johannes Kepler Universität fahren – aber wie sieht‘s derzeit aus? Wie schnell kommt man vom Zentrum der Stadt auf die Uni? Zum Mitmachen eingeladen haben wir die Capos der Linzer Stadtparteien – SPÖ, ÖVP und Grüne verweigerten leider eine Teilnahme. Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) und Lorenz Potocnik (NEOS) folgten aber unserer Einladung. Zusätzlich gingen nach einem Aufruf LINZA-Leser und und Linza Bürger an den Start. Aufgabe: „Fahre mit einem Verkehrsmittel AFAP (As flott as possible) nach Wahl vom Hauptbahnhof zur Uni!“ An den Start gingen: ein Pkw, ein Motorrad, ein Fahrrad, ein E-Scooter und ein Straßenbahnbenutzer:

PKW – 14:47min
Die PR-Managerin Renate Ortner wohnt am Freinberg und nutzt in der Stadt großteils das Auto – so auch bei unserem Test. Als Strecke wählte sie die Route über die Autobahn, die mit 12km zwar länger als durch Stadt ist – aber auch flotter, weil fast ampelfrei. Nach 14:47min (inkl. Einparken) erreichte sie als Erster das Ziel bei der Bim-Haltestelle Universität – Platz 1.

ZWEIRAD – 18:45min
Vizebürgermeister Markus Hein ist begeisterter Motorradfahrer und absolvierte die Herausforderung daher auch mit seinem Bike. Er fuhr statt auf der (schnelleren) A7 aber die Route durch die City (8,3km), um auch für Mopedfahrer einen Vergleichswert zu haben. Hein war zeitlich ebenfalls sehr flott unterwegs („Ich habe mich auch strikt an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten, einige rote Ampeln haben mich aber den Sieg gekostet“) und erreichte das Ziel nach 18:45min – Rang 2.

FAHRRAD – 22:14min
Lorenz Potocnik von NEOS Linz ist ein absoluter Radler-Freak, er wählte die Strecke über die Landstraße („Da hat‘s mich ordentlich durchgerüttelt“) und dann den Radweg entlang der Donau. Die 7,5km lange Strecke schaffte er in respektablen 22:14min, ohne besonders auf die Tube zu drücken: „Speziell ab der Nibelungenbrücke geht‘s an der Donau extrem flott dahin, da ist man mit dem Radl sogar zum Auto konkurrenzfähig.“

E-SCOOTER – 26:52min
Den E-Scooter als Haupt-Fortbewegungsmittel hat der Linzer Wolfgang Denthaner für sich entdeckt. Er hat mit seinem Xiamomi m365-Roller (bis zu 25km/h) bereits 3.000km zurückgelegt, der Akku funktioniert immer noch recht passabel. Er fuhr vom Hauptbahnhof beim Musiktheater vorbei am Nord-Süd-Radweg durchs Neustadtviertel und weiter über die Voestbrücke: „Für mich ist der Scooter perfekt, weil ich bis vor die Haustüre fahren und das Ding auch mit reinnehmen kann. Auch die Stromkosten sind minimal.“ Damalige Anschaffungskosten: 340 Euro. Mit einer Zeit von unter 27 Minuten hängte er sogar die Straßenbahn ab.

ÖFFIS – 28:44min
Der Linzer Lehrer und Gründer der Bürgerinitiative ‚Zukunft Klostergarten‘, Erich Gusenbauer, ebenfalls ein begeisterter Radfahrer, wählte diesmal die Straßenbahn: „Eine perfekte und wettersichere Reise. Die Fahrzeit ist mir aber zu lange, das müsste eigentlich schneller gehen.“ Die benötigten 28:44min – fast doppelt so lang wie mit dem Auto – rühren u.a. von den 19 Haltestellen auf den etwa acht Kilometern her.

Vom Hbf zur JKU: Wie flott?
PKW 14:47min
Motorrad 18:45min
Fahrrad 22:14min
E-Scooter 26:52min
Straßenbahn 28:44min
Wilhelm Holzleitner