Das Upper Austria Ladies Linz feiert heuert den 30. Geburtstag. Das Damen-Tennisturnier, klein und unscheinbar, hat 1987 im Tenniscenter Wels-Rosenau seine Premiere gefeiert. Veranstalter Peter Michael Reichel wollte ein Pendant zu den vielen Herrensport-Events schaffen. Als Mann der Taten organisierte er ein 10.000-Dollar-Turnier mit dem Namen „Internationale Hallenmeisterschaft der Damen“.
Alle Top-Asse Österreichs gaben sich in Wels ein Stelldichein – von Barbara Paulus über Petra Ritter bis zu Marion Maruska. Bereits ein Jahr später wurde das Preisgeld auf 25.000 Dollar erhöht. Und hoch motiviert von diesem Anfangserfolg, startete Peter Michael Reichel seine Reise um die Tenniswelt.

„Im Madison Square Garden auf Brautschau“
Von Roland Garros in Paris bis New York: „Im Madison Square Garden auf Brautschau“, lautete etwa der Titel einer Kolumne im Kurier. 1990 nahm das „Womens Tennis Council“ die österreichischen Hallenmeisterschaften in den offiziellen Turnierkalender 1991 auf. Das Preisgeld wuchs auf beachtliche 100.000 Dollar an. Einen weiteren Schritt auf der Erfolgsleiter stellte im Jahr 1991 die Übersiedlung vom kleinen Welser Tenniscenter in die Linzer Sporthalle dar. Schon im Jahr darauf fand Peter Michael Reichel in der EA-Generali einen engagierten Hauptsponsor. Und bereits die Premiere des EA-Generali Ladies 1992 wurde zum großartigen Tennisfest!
„Creme de la Creme“ des Damentennis in Linz zu Gast
Die Nr.1 in Linz
In den folgenden Jahren gelang es Reichel, Weltklassespielerinnen wie Mary Pierce, Jana Novotna, Iva Majoli, Anke Huber, Sandra Cecchini, Sabine Appelmanns und Österreichs Judith Wiesner nach Linz zu locken. „In Linz werden alle Spielerinnen wie die Nr. 1 der Welt behandelt“ – eine wunderschöne Anerkennung von Jana Novotna für das Bestreben der Organisatoren, den Damen beim EA-Generali eine familiäre Atmosphäre zu bieten.
Größte Frauensport-Veranstaltung Österreichs
Dieser Philosophie blieb man in all den Jahren treu, das Linzer Turnier hat sich zur größten Frauensport-Veranstaltung Österreichs entwickelt. Innerhalb der WTA-Tour hat es einen außerordentlich hohen Stellenwert und erfreut sich höchster Beliebtheit bei Spielerinnen wie Offiziellen.
Von Williams bis Scharapova: Alle waren sie da
Längst hatte Reichels Tochter Sandra die Funktion als Turnierdirektorin übernommen, nachdem sie in Wien ihr BWL-Studium erfolgreich beendet hatte. Als Ex-Profi spricht sie die Sprache der Spielerinnen und hat sich in der Szene höchste Anerkennung erarbeitet. Mit der ehemaligen Weltklassespielerin Barbara Schett hat Reichel vor zwölf Jahren eine tolle Turnierbotschafterin engagiert. Die „Creme de la Creme“ des Damentennis gibt sich bis dato ein Stelldichein in Linz, Serena Williams folgte ihrer Schwester Venus, Ana Ivanovic avancierte zum Liebling des Linzer Publikums, und mit Maria Scharapowa war die bestverdienende und schillerndste Sportlerin der Welt zu Gast. Und die spätere Nummer eins der Welt, die Deutsche Angelique Kerber, gewann 2013 das Linzer WTA-Turnier.
2019: Gauff verzauberte die Linzer Fans
Der vorläufig letzte Höhepunkt dann im Vorjahr, als die erst 15-jährige US-Amerikanerin Coco Gauff nicht nur das Turnier in Linz, sondern auch die Herzen der Zuschauer gewann. „Der Sport, den man 2019 gesehen hat, war einfach überwältigend. Die Leidenschaft und Begeisterung bei allen waren in diesem Jahr ganz speziell, das ist mir diesmal extrem aufgefallen. Da merkt man auch, warum man das Ganze macht“, so damals die überglückliche Turnierdirektorin Sandra Reichel. Auch die heurige 30. Auflage verspricht wieder Damen-Spitzentennis der Extraklasse.
Alle Infos zum Upper Austrian Ladies Linz gibt‘s unter www.ladieslinz.at und www.facebook.com/WTALinz