Was in anderen Städten seit Jahren gang und gäbe ist, scheint in Linz ein Ding der Unmöglichkeit zu sein: Die Mitnahme von Fahrrädern in Öffis wurde in den letzten zehn Jahren bereits mehrfach im Gemeinderat abgelehnt. LINZplus startete heute einen neuerlichen Anlauf, um diese durchaus sinnvolle Mobilitätsmaßnahme auf Schiene zu bringen. Alle Fraktionen stimmten dem Antrag zu.
Zuletzt wurde über im Gemeinderat über die Mitnahme von Fahrrädern in den Linzer Öffis im Juni 2017 diskutiert. Die ÖVP wollte damals die „Fahrradmitnahme in Linzer Öffis außerhalb der Rush-Hour“ ermöglichen. Ein paar Jahre früher, 2013 und 2015, gab es dazu die ersten Vorstöße von den Grünen. Herausgekommen ist bis dato nichts Zählbares – außer vielen teils fadenscheinigen Gründen, warum man eine Maßnahme, die in München oder Wien Alltag sind, in Linz nicht möglich ist.
„Um den Anteil der Wege mit dem Rad zu steigern und somit die Straßen zu entlasten, wäre die Mitnahme der Räder – selbstverständlich unter bestimmten Voraussetzungen (etwa den Ausschluss der Stoßzeiten mit vollen Straßenbahnen) – ein wichtiger Baustein.“
Seitdem hat sich viel geändert. Die Zahl der Alltagsradler ist jährlich gestiegen. Das Bewusstsein für das Alltagsradeln als praktische, platzsparende Form der Stadtmobilität ist spürbar höher und fast schon Konsens. Und es gibt viel mehr kleine und klappbare Stadträder, die genau für die Mitnahme im Zug, Auto oder ÖV gebaut sind. Um den Anteil der Wege mit dem Rad zu steigern und somit die Straßen zu entlasten, wäre die Mitnahme der Räder – selbstverständlich unter bestimmten Voraussetzungen (etwa den Ausschluss der Stoßzeiten mit vollen Straßenbahnen) – ein wichtiger Baustein. Man könnte auch ausgewählte Straßenbahnen umbauen – durch die Wegnahme einer Sitzreihe wäre etwa schnell und unkompliziert mehr Platz und eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten machbar.
Die Mitnahme ist etwa nützlich wenn es regnet, wenn das Rad einer Reparatur bedarf oder wenn die Strecke zu lang ist, zum Beispiel nach Pichling. Auch die Kombination aus Rad und ÖV ist oft sinnvoll. Auch mit Kindern kann eine Mitnahme oft sehr helfen. Um diesen Baustein städtischer Radmobilität erneut zu besprechen und externe Beratung sowie die Experten der Linz AG zu hören, wäre für LINZplus der Ausschuss für Mobilität der richtige Ort.
In diesem Zusammenhang stellt die LinzPLUS-Gemeinderatsfraktion den Antrag, dieses Thema im Ausschuss für Mobilität dort nochmals zu diskutieren. Dabei sollen Fachleute der Linz AG sowie aus anderen Städten, wo die Mitnahme seit Jahren reibungslos funktioniert, als auch externe Mobilitätsexperten eingeladen und eingebunden werden.
Der zuständige Mobilitätsreferent Martin Hajart nahm die Idee auf und will diese weiterverfolgen. Auch von allen anderen Fraktionen gab’s Zustimmung.