Am 27. September entscheidet Linz über die Zukunft der Eisenbahnbrücke. Auf der Linzer Seite könnten 59 Schrebergärten angeknabbert werden. Grund: Ein 42 Meter breiten Streifen wurde dort bereits 2010 als Neuplanungsgebiet ausgewiesen.
Die Planer sagen zwar, dass es sowohl beim Donauparkstadion als auch bei den Schrebergärten auf der Linzer Donauseite zu keinen Eingriffen kommen wird, doch die Zahlen und Pläne sprechen eine andere Sprache: Die bestehende Eisenbahnbrücke hat eine Breite von knapp zehn Metern, die neue Einbrückenlösung wäre mit 30,73 Metern aber dreimal so breit, ein knapp 35 Meter breites Fundament wäre nötig. Derzeit trennt auf dieser Fläche ein nur Sechs-Meter-Bahndamm das Stadion von den Schrebergärten. Bereits 2010 wurde dafür vom Gemeinderat ein 42 Meter breiter Korridor (das entspricht der Länge eines Linz AG Cityrunners) als Neuplanungsgebiet ausgewiesen. Diese Schneise führt großteils auf dem Gebiet des seit 1919 bestehenden Kleingartenvereins Linz-Ost. Die 59 Schrebergärten der Sektion VI befinden sich direkt neben dem bestehenden Bahndamm der Linzer Eisenbahnbrücke.

Die von der Inititiative „Rettet die Eisenbahnbrücke“ favorisierte Lösung würde mit weniger als 20 Meter Brückenbreite auskommen (keine Rad- und Gehwege, da diese ja auf der bestehenden Eisenbahnbrücke verbleiben), die Schrebergärten wären so gut wie nicht betroffen.
Aber in Urfahr drüben wird’s so oder so eng: Sowohl die über 30 Meter breite Einbrückenlösung als auch die zweite Variante würden das Gasthaus Lindbauer stark beeinträchtigen, um die zehn Parkplätze fallen zusätzlich weg. Will man es positiv formulieren, dann liegt der Lindbauer-Gastgarten in Zukunft „verkehrstechnisch sehr günstig“…
Zweibrückenlösung „um 20 Millionen Euro günstiger“
Von den Kosten her liegen beide Lösungen mit etwa 60 Millionen nahezu gleichauf. Im direkten Vergleich entstehen aber bei der Zweibrücken-Variante keine Staukosten. Aus volkswirtschaftlicher Sicht betragen diese bei einem angenommenen zweijährigen Fehlen eines Übergangs rund 20 Millionen Euro, so die Initiative „Rettet die Eisenbahnbrücke“.
Donauparkstadion nicht betroffen
Das ebenfalls direkt angrenzende Donauparkstadion ist indes bei keiner der beiden Varianten betroffen. Pläne für eine neue Heimstätte liegen aber bereits fertig in der Schublade. Die Rasenfläche soll um 90 Grad gedreht werden, für den (Um)Bau des Stadions sind zwei Varianten möglich: eine kleine Lösung mit 2.500 Plätzen und eine große mit einem Fassungsvermögen von 4.500 Fans. Kosten: drei bzw. sieben Millionen Euro.
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