Der Bau der Autobahn zwischen Linz, Budweis und Prag nimmt in Tschechien weiter Fahrt auf. Der Baufortschritt der D3 ist beachtlich – für die Linzer Stadtautobahn bedeutet das allerdings nichts Gutes, denn die A7 ist dann Teil der kürzesten Autobahnverbindung von der Adria an die Ostsee. Und die geplante Ostumfahrung als Teil dieser Transitroute steht mehr denn je in den Sternen. Ein Update.
Im Endausbau soll die D3 eine hochrangige Verkehrsachse Berlin-Prag-Linz werden – und damit eine attraktive, weil sehr kurze Transitroute auf den Balkan. Bis 2024 wird der Abschnitt von Budweis bis Kaplitz fertiggestellt, einschließlich des Anschlusses für Krumau. Von den insgesamt 172 km zwischen der Grenze und Prag sind aktuell 70 km in Betrieb, 19 km im Bau und 83 km in Vorbereitung.

Bis 2026 folgt der Abschnitt von Kaplitz zur Staatsgrenze, wobei die letzten 400 Meter erst gebaut werden, wenn die österreichische Seite bis an die Staatsgrenze gebaut wird. Zu den Baumaßnahmen gehören ein 1 km langer Tunnel der Ostumfahrung Budweis und mehrere weitere Tunnelbauten, 51 Brücken, 11 kmLärmschutzwände, aber auch Querungshilfen für Waldtiere („Bio-Korridor“) sowie innovative, mehrspurige „Turbo-Kreisverkehre“ nach niederländischem Vorbild an stark frequentierten Verkehrsknoten.
Neue Hochleistungsstrecke
Vom Lückenschluss der Mühlviertler Schnellstraße S10 zur südböhmischen Autobahn D3 profitieren viele Länder – oder besser gesagt deren Transportunternehmen. Diese Verkehrsachse ist ein wesentlicher Teil der TEN-Straßenroute von der Adria bis zur Ostsee (Triest – Graz – Linz – Prag – Dresden – Berlin – Rostock).
Die Geschichte der Prager Autobahn D3 ist mittlerweile über 80 Jahre alt, 1939 wurde erstmals von der Verbindung gesprochen, aber erst 1987 starteten die ersten Bemühungen um die tschechische „Südautobahn“. Als erster Fertigstellungstermin tauchte mehrfach die Jahreszahl 2005 auf. Seitdem floss einiges an Wasser die Moldau und die Donau hinunter. Der aktuelle tschechische Zeitplan der Fertigstellung (2028) wird aber ziemlich sicher halten.

Linzer Ostumfahrung: Politisch tot?
In Linz ist das Projekt der geplanten Ostumfahrung als Teil der Transitroute praktisch zum Erliegen gekommen. Ein realistischer Zeitplan des Baus kann aktuell nicht genannt werden – selbst die finale Trassenführung ist immer noch offen. Sollte weiter an der stadtnahen Trassenvariante durch Ebelsberg festgehalten werden, ist eine Volksbefragung so gut wie fix. Solange die betreffenden Agenden bei der grünen Ministerin Gewessler liegen, sind neue Autobahnprojekte in Österreich aber ohnehin mehr oder weniger Illusion. Die Linzer Ostumfahrung könnte – wenn überhaupt – aktuellen Schätzungen zufolge frühestens 2035 bis 2040 kommen.
Lückenschluss zur Grenze bis 2031
Zumindest mit dem Lückenschluss bis zur Grenze ist Österreich auf Kurs. Für den Streckenabschnitt Freistadt Nord bis Rainbach Nord liegen nun alle UVP-Genehmigungen vor, heuer kann mit dem Bau gestartet werden. Auch für den S10-Lückenschluss zwischen Rainbach und der Staatsgrenze konnte ein Vorprojekt gestartet werden. Im Herbst 2023 soll die Trassenauswahl erfolgen und das Einreichprojekt gestartet werden. Der Plan sieht den Baubeginn für 2028 und die Verkehrsfreigabe für 2031 vor.