So modern die City Runner der Linz Linien auch wirken – flott sind sie leider nicht: 59 Minuten von der Solar City zur Kepler Uni, 45 Minuten von der Trauner Kreuzung zum selben Ziel: Das entspricht jeweils einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 20km/h. Schuld ist vor allem das Nadelöhr Landstraße und die hohe Anzahl an Haltestellen (von der Solar City bis zur Uni sind es 43 Stationen).
Mit dem Auto schafft man bei halbwegs passablen Verkehrsverhältnissen die selbe Strecke in unter 20 Minuten. Das beste Öffi-Netz hilft nichts, wenn man nur im Schneckentempo vorankommt. Teilweise Abhilfe könnte die neue Stadtbahn schaffen (diese soll die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Uni in unter 15 Minuten schaffen) – aber wann diese tatsächlich kommt, ist nach wie vor ungewiss. Die Stadtbahn entlastet zudem den völlig überlasteten Schienenstrang durch die Innenstadt, den sich vier Straßenbahnlinien teilen müssen, nicht.
Express-Straßenbahnen als Lösung?
Eine Idee wäre – analog zu den bestehenden vier Schnellbuslinien der LINZ LINIEN – die Einführung von ‚Speed-Bims’: Express-Straßenbahnen, die nicht an allen 43 Haltestellen, sondern nur an den zwölf wichtigsten Umstiegspunkten halten. So ließe sich die Fahrzeit von 53 auf unter 30 Minuten optimieren. Die Investitionskosten würden sich im Rahmen halten: Lediglich einige Ausweichstellen zum Überholen wären zu errichten. Wer Fahrzeit spart, zahlt auch gerne mehr: Vorstellbar ist, für die Benutzung der ‚Speed-Bims’ einen Express-Zuschlag zu entrichten. Zum Beispiel drei statt zwei Euro für die Langstrecke. Diese Mehreinnahmen würden die überschaubaren Investitionen wieder hereinspielen. Städte wie Bern, Hannover oder Zürich haben derartige „Express-Straßenbahnen bereits im Einsatz.
Zukunftsidee City-Seilbahnen
Manche Städte wie auch Linz liebäugelten in der Vergangenheit immer wieder mit Seilbahnen als staufreie Nahverkehrslösung. Eine kuppelbare Seilbahn mit 15er-Gondeln erreicht eine Geschwindigkeit von 27km/h und kann bis zu 4.000 Gäste pro Stunde befördern. Die in der City völlig überlasteten Straßenbahnen schaffen bei einer 7,5-minütigen Frequenz nur knapp 2.000 Personen – und müssen um ihren Platz mit Fußgängern, Radfahrern und Autos kämpfen. Zudem läuft der Betrieb einer Seilbahn mit sehr geringem Personalaufwand. Die Investitions- und Betriebskosten liegen um ein Drittel unterhalb jenen einer Bim-Linie. Eine Chance hatte die Linzer Stadtseilbahn bis dato jedoch nicht: Nach vielen Ankündigungen und der Erstellung einer Machbarkeitsstudie sind die Pläne wieder sanft entschlummert….