OÖs zweitgrößte Stadt Wels (60.382 Einwohner) glänzt ja nicht gerade mit einem modernem, gewinnenden Image. Wofür steht die Stadt, was kann sie? Auf diese Fragen reagieren selbt alte Welser maximal mit einem Schulterzucken. Jetzt soll eine Imagekampagne Abhilfe schaffen, das neue Stadt-Logo soll durch Online-Voting bis 13. Juli 2016 ermittelt werden. Allein: Die mut- und ideenlosen Entwürfe unterstreichen eher die positionslose Darstellung der Stadt.
Ja, wofür steht Wels eigentlich wirklich? Für die vielen Messen? Für die Landwirtschaft oder den Viehhandel? Für Multikulti? Für Tristesse? Wir werden selber nicht schlau aus der gar nicht so kleinen Stadt, in der alles irgendwie so dahindämmert.
Mit einem neuen Logo will das Stadtmarketing – das schon seit vielen Jahren relativ ideenfrei und personell gleichbesetzt im gleichen Schneckentempo dahinwerkelt – jetzt ein paar Konfetti durch die Welser Gässchen pusten. Die beiden finalen Entwürfe treffen dabei nicht jedermanns Geschmack – unseren übrigens auch nicht. Kommt alles zwar recht bunt, aber ohne echte Idee oder USP daher. Warum man die kurze, knackige Marke „WELS“ dann noch krampfhaft auf „W“ oder „WE“ abkürzt, ist nicht nachvollziehbar. Auch ein aussagekräftiger Slogan steht nicht zur Auswahl – vielleicht, weil man einfach selbst nicht wusste, welche Stärken die eigene Stadt hat.
Wels hat jedenfalls noch viel aufzuholen. Was mit intelligentem Marketing und Markenpostionierung möglich ist, hat Linz in den letzten zehn Jahren bewiesen. Nicht umsonst hieß es bislang: „Das Schönste an Wels ist die Autobahnauffahrt nach Linz!“
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